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Feier des Agapemahls

Nazareth trägt

In unserer Gemeinschaft tragen viele dazu bei, dass fachlicher Austausch, kollegiale Begleitung, diakonische Reflexion, geistliche Stärkung, Gottesdienst und Gebet stattfinden.

Bei unseren Treffen entwickeln sich immer wieder neue Kontakte und Möglichkeiten gemeinschaftlichen Lebens.

 

  

„Hier wo das Herz noch zählt – Wandel als Herausforderung“

Frühjahrsgemeinschaftstag der Diakonischen Gemeinschaft
Nazareth in Essen

Liebe Leserinnen und Leser des Nazareth Briefes,

„Hier wo das Herz noch zählt – Wandel als Herausforderung“, so lautete der Titel des Frühjahrsgemeinschaftstages der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth. Um den Titel zum Programm zu machen, hat die Gemeinschaft ihren seit 141 Jahren angestammten Tagungsort Bethel verlassen und sich ins Ruhrgebiet begeben in das Tagungshotel Franz in Essen. Wie kaum ein anderer Ort in Deutschland ist das Ruhrgebiet in den letzten 200 Jahren ein Ort des Wandels gewesen, eine Region, in der gravierende Veränderungs- und Anpassungsprozesse zu „stemmen“ waren.

Dieser Nazareth Brief berichtet über den Gemeinschaftstag. Und er trägt Impulse und Texte zusammen, die unmittelbar etwas mit dem Thema Veränderung und Wandel zu tun haben: Eine Besinnung zur Abrahams-Geschichte, eine Predigt vom Einsegnungsjubiläum in Nazareth, Impulse eines Einkehrtages in Berlin zum Thema Grenzen. So ist der Nazareth Brief eine Art Collage geworden, ein Mosaik großer und kleiner Beiträge, von wortgewaltig bis wortkarg, von humorvoll-kreativ bis nachdenklich-besinnlich. Allen Autorinnen und Autoren sei sehr herzlich gedankt!

Wo wir auch hinschauen, immer bewegen wir uns rund um das Thema Veränderung und Wandel. Die Geschichte Bethels und Nazareths ist, wie die Geschichte von Kirche und Diakonie, wahrlich geprägt von ständigen Veränderungsanforderungen und Anpassungsleistungen. Zuweilen scheint aber die Sehnsucht, in Bethel einen Ort der Abgeschiedenheit und Bewahrung zu haben, größer gewesen zu sein, als der freudestrahlende auf Veränderung und Innovation drängende Optimismus. Das ist bis heute wirksam. Jede Epoche, die eine größere Öffnung in die Gesellschaft und die Welt brachte, führte unweigerlich Änderungsbedarfe und -potentiale mit sich. So ist bei uns viel geschehen, wie um uns herum eben auch.

Veränderung – manch eine/r mag das Wort schon nicht mehr hören. Die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse haben zugenommen, vor allem an Tempo zugenommen. Wir leben im Zeitalter der „Beschleunigungsgesellschaft“, wie der Zeitforscher und Soziologe Hartmut Rosa formulierte. Die permanent steigenden Anforderungen an Flexibilität und Entwicklung haben auch ihren Preis: Erschöpfung, Empathie- und Respektsverlust, Umweltzerstörung und -ausbeutung, Ressourcenverknappung. Symptome dieses Wandels auf unserer Erde sind auch die 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht, von denen die wenigsten bei uns in Europa landen. Andere ärmere Länder tragen erheblich andere Lasten. Es sind aber im Ergebnis auch die politischen Verschiebungen, die wir in Europa erleben, weg von traditionellen Volksparteien zu Bewegungen, die sich plakativ, provokativ und chauvinistisch der müden und überforderten Volksseele bedienen. Grenzen dichtmachen, überhaupt sich besser abschotten, gegen all die Bedrohlichkeiten der globalisierten Welt. Wir zuerst und nach uns die Sintflut – verständlich, ja, aber niemals human und schon gar nicht christlich. Christlich-sozial geht anders, ganz anders!

Der Fortschritt bringt auch Erstaunliches und hoffnungsfroh Stimmendes hervor: der Harvard-Psychologe Steven Pinker überrascht die Welt mit einer Publikation unter dem Titel „Aufklärung jetzt“. Der bekennende Optimist hat die Welt unter anderen Paradigmen betrachtet und festgestellt: noch nie war der Anteil der Menschen, die lesen und schreiben konnten, so hoch; noch nie war der Anteil der in bitterster Armut lebenden Menschen so gering; noch nie haben auf der Erde so wenige kriegerische Auseinandersetzungen stattgefunden, wie heute. „Stimmt das wirklich?“, möchte ich skeptisch fragen. Ja, es stimmt. Es ist nur so, dass wir heute alle Krisen der Welt so hautnah miterleben und in Echtzeit alle Nachrichten von überall erhalten. Das digitale Zeitalter lässt uns permanent an allem teilhaben, leider auch an allem, was wir weder sehen noch hören wollen. Die Dominanz negativer Nachrichten und Schlagzeilen und das eigene Überfordert-Sein in dieser Welt scheinen sich gegenseitig zu verstärken. Das bleibt nicht folgenlos für uns selbst und die gesellschaftlichen Verwerfungen, die wir heute bei uns erleben.

Gottes Weg mit seinem Volk – was für eine Veränderungs-Geschichte!  Nie Stillstand, nie zufriedengeben, immer angetrieben von Hoffnung und dem Glauben, etwas besser machen zu können zum Wohle der Menschen, zum Wohle der Schöpfung und zum Lob Gottes. Offenheit und Öffnung anstelle von Abgrenzung, Barmherzigkeit statt Hartherzigkeit, Mildtätigkeit statt Untätigkeit, Verantwortung statt Verweigerung, Gemeinschaft statt Feindschaft – der Auftrag ist klar, für uns allemal:

Als evangelische Christen sind wir aufgefordert, hoffnungsstur an dem festzuhalten, was unser Glaube ist, hingebungsvoll für das zu kämpfen, was wir vermögen, und vertrauensvoll alles dem zuzutrauen, der uns geschaffen hat und liebt. Wir verabschieden uns nicht aus dieser Welt. Wir schotten uns nicht ab. Wir sind wandlungsfähig und gestalten Zukunft mit!

Der Nazareth Brief möge dazu Ermutigung und Bestätigung sein, und an manchen Stellen auch eine Oase zum Atemholen und Entspannen.

Glück auf!

Ihr/Euer Wolfgang Roos-Pfeiffer

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