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Feier des Agapemahls

Nazareth trägt

In unserer Gemeinschaft tragen viele dazu bei, dass fachlicher Austausch, kollegiale Begleitung, diakonische Reflexion, geistliche Stärkung, Gottesdienst und Gebet stattfinden.

Bei unseren Treffen entwickeln sich immer wieder neue Kontakte und Möglichkeiten gemeinschaftlichen Lebens.

 

  

Bibelarbeit zu Markus 2,1-12

Befreit zum Leben!

Markus 2, die Heilung des Gelähmten – eine ganz bekannte, bildhafte und eindrückliche Erzählung. Ich möchte mit Ihnen die Erzählung an sich und für sich genommen lesen und zu uns sprechen lassen – und ich möchte versuchen, sie unter der Überschrift, dem Oberthema des Gemeinschaftswochenendes „Reformation und Freiheit“, wahrzunehmen.

„Reformation und Freiheit“ – bevor wir uns dem Text selbst zuwenden, ein paar Vor-Worte zu diesem „Rahmen“, in den wir den Text dann in einem zweiten Schritt stellen wollen. „Reformation und Freiheit“ – das sind zwei Begriffe, die nicht nur selbstverständlich zusammengehörig klingen, sondern es tatsächlich auch sind und eng miteinander zu tun haben: Martin Luthers drängende Frage „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“, geprägt von großer Angst, Unfreiheit, „engen Grenzen“, fand ihre Antwort in der Erkenntnis: Nicht ich erwirke, nicht ich bewirke die Gnade Gottes, sondern Gott schenkt Gnade – und macht so frei zu leben, zu lieben, zu handeln. In aller uns zur Verfügung stehenden Verantwortlichkeit füreinander, für uns selbst, für die Schöpfung, in aller Sorgfalt uns selbst und dem anderen gegenüber, mit aller uns zur Verfügung stehenden Liebe – aber geborgen in Seiner Liebe und getragen von Gottes gnädiger Zuwendung. Gottes Gnade und Liebe machen frei, ermöglichen Leben.

Das Reformationsjubiläum ist in diesem Jahr vielfältig gefeiert und begangen worden – und wird es noch: In den Gemeinden, auf Kirchenkreisebene, auf landeskirchlicher Ebene, EKD- und sogar weltweit. Sie alle haben sicherlich die ein oder andere Veranstaltung wahrgenommen, vielleicht teilgenommen oder sogar mit vorbereitet und gestaltet? Bei uns in Belm – und ich glaube, dass das einige Gemeinden so gehandhabt haben – stand das ökumenische Miteinander im Vordergrund: es gab einen großen ökumenischen Gottesdienst zu Beginn des Jahres in der katholischen Kirche und es wird einen großen ökumenischen Gottesdienst am 31. Oktober in unserer evangelischen Kirche geben. Im Sommer haben wir ein gemeinsames Fest gefeiert, als dessen Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Wimpelkette zwischen den Kirchtürmen der beiden Kirchen gespannt wurde – möglich dank des hilfreichen Einsatzes der Feuerwehr… Auf die Wimpel hatte jeder, der sich berufen fühlte, neue Thesen schreiben können. – Auch das war, so habe ich wahrgenommen, eine ganz beliebte Art und Weise, des (Reformations-)Jubiläums zu gedenken: neue Thesen zu formulieren und die – in kreativer Art und Weise – der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Auch hier in Bethel wird es ab übernächster Woche ja unter dem Titel „Schlag 12“ die Möglichkeit geben, auf dem Bethelplatz jeweils mittags um 12 eine These vorzustellen und zu vertreten bzw. sie zu hören und dazu Stellung zu beziehen.

In Osnabrück, der uns nächst gelegenen größeren Stadt, hatten Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, Thesen-Türen zu gestalten – ähnlich vermutlich der Aktion, die es auch in Wittenberg gab. Von Grundschule über Waldorfschule bis zu Berufsbildenden Schulen waren alle Schulformen vertreten. Für die Aufstellung der 50 massiven Holztüren, durch die man auch hindurchschreiten konnte, hatte das Bistum den Platz vor dem Dom zur Verfügung gestellt. Eine 6. Klasse eines Gymnasiums hatte sich im ev. Religionsunterricht mit dem Freiheitsbegriff beschäftigt und als Fragen formuliert: „Was hat uns in der Hand? Wovon werden wir [heute] gesteuert?“ Fragen also, die in eine ähnliche Richtung gehen wie die Frage Luthers, vielleicht ein ähnliches Empfinden voraussetzen: Ich fühle mich eingeschränkt, beengt, unfrei – wie werde ich frei? – Ich habe den Eindruck, dass die Frage nach der Freiheit – auch wenn sie vielleicht nicht immer offensichtlich im Vordergrund stand bei den vielen Jubiläumsveranstaltungen – doch immer auch mit ihren Platz hatte und die Menschen – in etwas anderer Weise als vor 500 Jahren, aber nicht weniger bedrängend – nach wie vor beschäftigt. Was hält mich gefangen, hindert mich an dem Leben, wie es Gott für mich gedacht hat? Wie erlebe ich Freiheit und Befreiung heute?

Vielleicht – ich bin sicher, dass! – hat auch die Erzählung aus dem 2. Kapitel bei Markus, die Erzählung von der Heilung des Gelähmten – Antworten für uns.

Zunächst aber lade ich Sie ein, den Text ohne spezielle Frage an ihn wahrzunehmen. Lesen Sie, lassen Sie ihn zu sich sprechen, hören Sie.

(Lied: „Die güldne Sonne“, EG 449, 1-4)

„Die güldne Sonne“ – Zurzeit das Lieblingslied meiner zweieinhalbjährigen Tochter, vermutlich wegen der schönen, schwungvollen Melodie und „Sonne“ und „Wonne“, die sich so wunderbar schmettern lassen. Während ich es letztens sang, fiel mir auf, wie nah doch insbesondere der zweite Teil der ersten Strophe an der Erzählung in Markus 2 ist: „Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder;“ – auch in der Melodieführung vom Komponisten dem Text wunderbar angepasst: Abwärts, die ganze Tonleiter hinunter führen die Töne, bis zum tiefsten Ton des ganzen Liedes. Ganz unten ist er angekommen, der Gelähmte, kann sich nicht mehr rühren, liegt am Boden. „Aber“ – und schon in der nach oben gehüpften Quarte spürt man den neu erwachten Lebensmut, spätestens beim punktierten „munter“ die Lebenslust – „nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht“. Aufgestanden, auferstanden? ist er, der vormals Gelähmte, ist munter und fröhlich, kann den Himmel sehen. Wie der Gelähmte aus Markus 2, der sicherlich im übertragenen, aber eben auch im ganz pragmatischen Sinne den Himmel sehen konnte durch das Dach, das seine Freunde für ihn aufgedeckt hatten.

Unsere Erzählung steht im zweiten Kapitel des Markusevangeliums – also relativ zu Beginn dieses ältesten Evangeliums. Der Evangelist hat schon von Johannes dem Täufer, der Taufe Jesu, der Berufung der ersten Jünger und dem Beginn des Wirkens Jesu berichtet. Schon einmal war Jesus in Kapernaum gewesen, hatte dort das Evangelium verkündet und Menschen geheilt. Die Nachricht von seiner Wortverkündigung und den Heilungen hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet, Jesus war auch in andere Orte gegangen, schließlich, flüchtend vor dem großen Zulauf an „einsame Orte“, wie es am Ende des 1. Kapitels heißt, doch – das ist der letzte Satz vor unserem Text – „sie kamen zu ihm von allen Enden“.

Nun also, so beginnt unser Text, kommt Jesus wiederum nach Kapernaum, und es wird schnell bekannt, dass er da ist. Die Menschen – wie schon zuvor – strömen herbei, zunächst wahrscheinlich ins Haus hinein, dann, als im Haus kein Platz mehr ist, suchen sie sich vor der Tür einen Ort – es ist ein großes Gedränge. Mich erinnert diese Szene an manche Kirchentagsveranstaltung, wo man, wenn man zu spät dran ist, aber trotzdem gern hören möchte, was gesprochen wird, sich einen Platz möglichst in der Nähe der Tür sucht und auf gute Lautsprecherübertragung hofft. Jesus predigt zu den Menschen, er „sagt ihnen das Wort“. Ein Blick in das erste Kapitel des Markusevangeliums verrät uns, welchen Inhalts die Predigt Jesu wohl gewesen sein mag: Dort heißt es: „Jesus […] predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“

Vor dem Haus, am Rande der versammelten Menschenmenge, tut sich etwas, da kommen welche, die wollen auch noch hören, suchen auch die Nähe Jesu: Vier sind es, die einen Gelähmten, auf dem Bett liegend, tragen. Aber die Menschen stehen zu dicht, machen keinen Platz und die Helfer und der Hilfebedürftige kommen nicht durch zu Jesus. Kurzentschlossen steigen sie der geschlossenen Gesellschaft aufs Dach. Dort angekommen machen sie ein Loch ins Dach, direkt über Jesus. Ganz offensichtlich halten sie sich nicht an vorgeschriebene, vorgegangene Wege, an Konventionen. Zu wichtig ist es ihnen, den Gelähmten zu Jesus, den Hilfebedürftigen zum Helfer zu bringen. Durch das Loch im Dach lassen sie den Gelähmten zu Jesus herab. – Die erste Reaktion Jesu auf das, was sich da über seinem Kopf ereignet, und auf den, der ihm so überraschend vor die Füße gelegt wird, ist – so berichtet der Evangelist -, dass er Motiv und Überzeugung der Helfer wahrnimmt: „Da nun Jesus ihren Glauben sah“. Glaube, das bezeichnet Jesus hier als unbedingtes Vertrauen darauf, dass er helfen kann in Not. Die vier Helfer sind überzeugt davon, dass er der Richtige ist, um dem Gelähmten zu helfen und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, ihn zu Jesus zu bringen.

Über ihre mögliche eigene Bedürftigkeit oder einen ja denkbaren Wunsch, auch selbst Jesu Predigt zu hören und ihm nahe zu sein, wird interessanterweise nicht berichtet. Im Vordergrund steht für sie zu helfen und dem Hilfebedürftigen die Hilfe zu verschaffen, die sie für ihn für notwendig halten. – Lassen sich da Parallelen zu Menschen, die heute in der Diakonie arbeiten, ziehen? Ist es nicht auch ihr Bestreben, Menschen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie brauchen – möglicherweise unabhängig von eigener religiöser Prägung, Herkunft und Überzeugung?

Die Reaktion Jesu auf das Anliegen der Helfer ist allerdings unerwartet: Nicht die erhoffte Heilung lässt er dem Gelähmten zukommen, sondern spricht ihm die Vergebung seiner Sünden zu. „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ Da stellt sich Irritation auf Seiten des Lesers / der Leserin ein: Heilung hätte der Gelähmte doch nötig, nicht die Vergebung seiner Sünden! Nicht fromme Worte, sondern tatkräftiges Handeln. So, wie Jesus doch bisher auch schon geheilt hat! – Oder sollte die Antwort Jesu etwa einen Zusammenhang zwischen der Lähmung und eventuellen Sünden des Gelähmten herstellen wollen? Nach dem Motto: Hättest Du nicht Sünden begangen, wärest Du auch nicht gelähmt!? Zwar kennt insbesondere das AT eine Verbindung zwischen menschlicher Sünde und Krankheit, Jesus spricht sonst Kranke aber nicht auf diesen Zusammenhang an. Und auch uns heute ist dieser Zusammenhang fremd. Die Vorstellung, ein kranker Mensch oder ein Mensch mit Behinderung habe sein Leid potentiellen Sünden zu verdanken – da sträubt sich mir – und Ihnen vermutlich auch – alles.

Wenn ich die biblischen Worte allerdings ein wenig anders – vielleicht textgemäßer – lese, die Lähmung des Gelähmten nicht als Oberbegriff für Krankheit lese und höre, und auch Sünde nicht als Ausdruck für Verfehlung, Verbrechen, schlechte Tat, sondern Lähmung als Synonym für Lähmungen, die uns alle in den verschiedensten Lebensbereichen, zu den verschiedensten Lebenszeiten betreffen können, und Sünde als Trennung von Gott, – und dann die Antwort Jesu höre: ich spreche dich los von dem, was dich lähmt, ich mache dich frei von dem, was dich vom Zutrauen in die Geborgenheit bei Gott trennt, was dich ängstlich, klein und mutlos werden lässt – wenn ich Jesu Zuspruch an den Gelähmten so höre, macht er Sinn für mich – und lässt auch mich aufatmen.

Wir wissen nicht, was dem biblischen Gelähmten widerfahren ist, dass er sich nicht mehr rühren konnte, vollkommen erstarrt und unbeweglich auf Hilfe angewiesen war.

Aber ich glaube, auch wir heute kennen Lähmendes, uns am Leben Hinderndes, uns von Gottes geschenkter Freiheit Trennendes – und auch uns heute tut der Zuspruch: ich spreche dich los, ich mache dich wieder frei – gut. Ich denke an die Schülerinnen und Schüler, die in Osnabrück sich ihre Gedanken zum Thema Freiheit gemacht haben: „Was hat uns in der Hand? Wovon werden wir heute gesteuert?“ haben sie gefragt.

(Lied: Meine engen Grenzen, EG 600)

Die Schriftgelehrten sind, wie zu erwarten, empört. Dass Jesus sich anmaßt, Sünden zu vergeben – was allein Gott vorbehalten ist. Das widerstrebt ihnen zutiefst. Jesus untermauert seine Vollmacht und ruft den Gelähmten, von seiner inneren Lähmung schon Befreiten auf, aufzustehen, sein Bett zu nehmen und nach Hause zu gehen. Und in der Tat, der Befreite kann sich aufrichten, wieder auf eigenen Beinen stehen, er kommt wieder in Bewegung. Er ist in der Lage, sein Bett, seine Lebensgeschichte, mitzunehmen – ohne daran gefesselt zu sein. Das ist das Wunder, das auch heute immer noch geschehen kann: Dir sind deine Sünden vergeben, steh auf, nimm dein Leben in die Hand, du kannst es tragen.

Soweit zunächst zu unserem Bibeltext. Ich glaube, er bietet einige Anknüpfungspunkte und Impulse für das Rahmenthema „Reformation und Freiheit“: Von Lähmung und Befreiung, von liegen müssen und wieder aufstehen können, von Enge und Weite, Beklemmung und Zuspruch haben wir gehört. All dies bezogen vor allem auf den Gelähmten und seine Heilung. Ich lade Sie ein, jetzt den Blick einmal auf die anderen Akteure der Erzählung zu richten: auf die Freunde, auf die, die im Haus ganz nah bei Jesus sind, auf die, die vor der Tür stehen – und keinen durchlassen -, auf die Schriftgelehrten, vielleicht auch auf nicht Erwähnte: einen Passanten, der vorbeigeht und den ganzen Auflauf nur von ferne betrachtet, einen Nachbarn des Gelähmten, der diesen schon lange kennt. Wie mögen die die „Befreiung“, die Heilung des Gelähmten erlebt haben? Und wo könnten eigene Lähmungen sein? Und wie könnte wiederum deren Heilung aussehen?

Nehmen Sie sich noch einmal den Bibeltext vor, vielleicht wählen Sie eine Person aus, deren Perspektive Sie einnehmen möchten – eine, die Ihnen besonders nah oder besonders fern ist oder Sie am meisten interessiert – und überlegen Sie: wie mag diese Person die Heilung wahrgenommen haben? Wo könnte ihre eigene Heilungshoffnung liegen?

Beginnen wir einmal bei einem der Freunde. Freunde, wie sieht es aus? Warum seid ihr denn eigentlich gemeinsam zu Jesus gegangen?

Freund I:

Naja, Freund… so gut kannte ich diesen Gelähmten gar nicht. Aber als die anderen, die ihn etwas besser kennen, davon erzählten, dass sie ihn zu Jesus bringen wollen, fand ich das eine gute Sache. Es gibt ja vieles, was Menschen lähmt und unbeweglich macht. Nicht nur körperlich meine ich. Ich kenne ganz unterschiedliche Gründe, warum Leute unfähig sind, das Leben in die Hand zu nehmen und zu gestalten. – Und wenn ich dann dazu beitragen kann, dass jemand wieder auf die Beine kommt, ist das doch gut.

Hier ein zweiter Freund:

Wissen Sie, ich hatte so meine Zweifel – und auch ein bisschen Angst um meinen gelähmten Freund. Wir kennen uns schon sehr lange, ich habe mich immer ein bisschen verantwortlich für ihn gefühlt. Und natürlich konnten wir uns die Möglichkeit, ihn zu Jesus, von dem man so viel Gutes gehört hat, zu bringen, nicht entgehen lassen. Aber als wir dann da auf dem Dach standen und ihn an den unsicheren, schwankenden Seilen herunterließen, schließlich gar nicht mehr sehen konnten… Das mochte ich nicht. Es hat mich – klingt jetzt komisch – ein bisschen an eine Beerdigung erinnert, wo man auch den Verstorbenen im Sarg oder in einem Tuch herablässt und ihn einem Anderen anvertraut, anvertrauen muss…

Manchmal habe ich einfach nicht genug Zutrauen, dass alles gut wird.

Fragen wir doch einmal den Gelähmten selbst:

Mir war das Ganze erstmal ziemlich unangenehm. Ich wollte gar nicht so im Mittelpunkt stehen – und dass alle Leute gucken. Am liebsten wäre ich weggelaufen. Aber das ging ja nicht. Ich kann nichts. Ich schaffe nichts allein. – Naja, und dann kam es zur Begegnung mit Jesus. Sie haben ja davon gehört!

Rückblickend muss ich sagen, dass es gut war, Jesus zu treffen. Er hat mir auf die Beine geholfen, er hat mein Leben verändert. Dass er mich so direkt angesprochen hat, war heilsam. Plötzlich spürte ich eine Kraft in meinem Körper, einen Mut, den ich vorher nicht hatte. Und ich habe gedacht: Ich doch egal, was die anderen Leute sagen oder denken. Steh auf und geh deinen Weg. Ja, und was soll ich sagen. Ihr wisst ja, dass es funktioniert hat. Ich gehe jetzt meinen Weg.

Oh, da sehe ich eine junge Frau – sie scheint das Ganze nur aus der Ferne beobachtet zu haben. Entschuldigen Sie, darf ich Sie kurz fragen – haben Sie mitgekriegt, was da passiert ist?

Ich hab nur diesen Menschenauflauf gesehen – und dann später einen, der kam aus der Tür herausgetanzt mit einer Trage unterm Arm. Ich habe noch gedacht, den kenne ich doch, das ist doch der Gelähmte, den sie zum Betteln immer auf den Marktplatz bringen. – Man erzählt sich ja tolle Sachen von diesem Jesus – ob da wohl wirklich was dran ist? Ich habe schon mal überlegt, da auch hinzugehen – aber es ist mir doch alles recht fremd, und die Menschen, die sich um Jesus versammeln, naja, ich will jetzt nichts Falsches sagen – aber wissen Sie, manchmal hat man das Gefühl, die sind auch ganz gern unter sich…

Auch die Schriftgelehrten waren ja Jesus gegenüber eher kritisch. Hören wir, was einer von ihnen zu sagen hat:

Ach, wissen Sie, ich habe mich schon wieder abgeregt. Es ist nur einfach so, mir sind Tradition und Sitte und das Einhalten von Regeln wichtig. Und wenn dann da einer daher kommt, den Mund so voll nimmt und die Leute durcheinander bringt, regt mich das einfach auf. Das geht doch nicht! Andererseits – und ganz unter uns – manchmal wünsche ich mir aber auch, selbst weniger angewiesen auf Regeln und Gesetze zu sein… Es ist doch auch manchmal recht einschränkend…

Da ist einer, der mit im Haus war, ein Anhänger Jesu. Befragen wir auch ihn noch:

Ich bin dankbar, von Jesus gehört und ihn kennen gelernt zu haben. Gott hat Jesus die Vollmacht gegeben, Menschen zu helfen. Das ist doch offensichtlich. Und es ist gut, dass einer, der gelähmt war, mit der Hilfe Jesu ein neues, besseres Leben beginnen konnte. Wir können Gott nur danken, dass er uns Jesus geschickt hat, und dass er uns hilft und heilt.

Anne Biesterfeldt (Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde)

(Anm. der Redaktion: Die Bibelarbeit endet mit einem munteren Gespräch weiterer bekannter oder erdachter Protagonisten aus der Geschichte. Nach einer Mittagspause arbeitet der Gemeinschaftstag weiter in Gesprächsgruppen zu diesen Überschriften:

  • Befreit zum Leben!
  • Befreit zu Verantwortung!
  • Befreit zu Veränderung!
  • Befreit zu Kirche und Gemeinschaft!
  • Befreit zum Diakonischen Dienst!
  • Nachgespräch zur Bibelarbeit)

 

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